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yoda
Die Vodafail-Kampagne fordert ihr erstes Opfer: „Schnutinger“ (Pseudonym), die Comiczeichnerin und Mutter, die als Testimonial auch in dem begleitenden Werbespot zu sehen ist, will sich aus dem Web2.0 zurückziehen, will digitalen Selbstmord begehen, weil sie offenbar dort nicht mehr damit leben kann, dass sie Teil von diesem Ding geworden ist, das total außer Kontrolle geraten ist. Der auslösende Gastbeitrag im Vodafone-Blog hat 180 größteils brutal negative Kommentare bekommen. Zu Letzterem darf man sagen: Es war vorherzusehen. Man kann keinen solchen reinen Werbepost bloggen (und etwas anderes ist das nicht), nachdem die Stimmung sowieso schon extrem aufgeheizt war und die vorherigen Einträge extrem kritisch kommentiert wurden. Kompletter Fehler in einer Reihe von vielen Fehlern.

Frau „Schnutinger“ allerdings missversteht eines: Es geht nicht um sie und ihr eventuell gekränktes Ego, ganz im Gegenteil. Sie ist schließlich keine aufdringliche Alpha-Frau mit rotem Hahnenkamm, die sich in die Mitte drängt und Aufmerksamkeit will. Zumindest war sie das vorher nicht. Es geht bei den negativen Kommentaren alleine um die Kampagne selbst und um die Blogbeiträge bei Vodafone, die uns in Schulkind-Aufsatz-Prosa die lustige Social-Media-Welt erklären wollen und dann noch schnell einen Absatz Werbung dranhängen, weil es so schön ist. So funktioniert das Web2.0 nicht. Man kann nicht einfach Werbung1.0 in ein neues Kleid stecken, in die Social Networks schicken und erwarten, dass die User fröhlich Freundschaft damit schließen. Gib dem Netz ein gutes Produkt oder ein tolles Tool und ein paar Plätze, an denen es sich darüber austauschen kann und der Rest wird von Freiwilligen erledigt, da braucht es kein Millionenbudget. Wer allerdings mit einem Millionenbudget Blogger kauft, über Nacht in Social Networks eindringt und einen recht gewöhnlichen Werbespot schaltet, der eine „Generation irgendwas“ ansprechen soll, dabei aber noch nicht einmal ein gutes Produkt mitbringt oder die bestehenden, nicht gerade bloggerfreundlichen Tarife ändert, also eine reine Imagekampagne fährt, die auch noch als innovativ verkauft wird, der wird Gegenwind zu spüren bekommen. Starken Gegenwind.

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